Technische Informationen von A-Z

B - Borosilikatglas

Borosilikatglas unterscheidet sich von Kalk-Natron-Glas durch einen höheren Anteil an Sand (SiO2). Die Zusammensetzung dieser Gläser beinhaltet 70-80% Siliziumdioxid (SiO2), 7-13% Bortrioxid (B2O3), 4-8% Natriumoxid (Na2O) und Kaliumoxid (K2O), sowie 2-7% Aluminiumoxid (Al2O3). Gläser mit derartiger Zusammensetzung zeichnen sich durch eine hohe Beständigkeit gegen chemische Einwirkungen, geringe Wärmeausdehung und Temperaturunempfindlichkeit aus. Deshalb sind diese Gläser für Laboratorien und Anlagen der chemischen Industrie bestens geeignet.

D - Dampfsterilisation

Die Dampfsterilisation bezieht sich auf die DIN 58 900, Pt.1, 1986 „die Zerstörung oder irreversible Inaktivierung aller Mikroorganismen bei 120°C und 2 bar“. Bei einer Sterilisationstemperatur von 121°C sollten die Gläser mindestens 20 Minuten lang sterilisiert werden. Laborgeräte sollten vor der Dampfsterilisation immer sorgfältig gereinigt werden, da sonst während der Dampfsterilisation Verschmutzungen auftreten. Wenn sich während der Sterilisation Verunreinigungen auf der Oberfläche der Glaswaren befinden, können sie das Glas aufgrund der hohen Temperaturen beschädigen. Während der Sterilisation sollten die Behälter geöffnet werden, um einen Druckaufbau zu vermeiden. Der Dampf muss uneingeschränkten Zugang zu allen kontaminierten Stellen haben, um eine effektive Dampfsterilisation zu gewährleisten.

D - Desinfektion

Laborgeräte, die mit ansteckendem Material in Kontakt gekommen sind, sollten zum Schutz des Laborpersonals desinfiziert werden. Sie können per Hand (Handschuhe nicht vergessen!) mit einem geeigneten Reinigungsmittel gespült werden. Außerdem kann durch thermische oder physikalische Methoden gereinigt werden (z.B. 10 Minuten bei 90°C wie von der BGA vorgeschrieben). Wenn notwendig, kann das Glas auch noch mit Dampf sterilisiert werden.

F - Farbkennzeichen

VOLAC FORTUNA® Volumenmess-geräte werden im Siebdruckverfahren bedruckt. Gemäß den DIN-Normen verwenden wir ausschließlich Diffusions- und Emailfarben. Die Diffusionsfarbe – gibt es nur in braun – wird durch das Einbrennverfahren säure- und laugenbeständig in die Glasoberfläche eindiffundiert. Selbst bei aggressiven Flüssigkeiten, die z. B. zur Reinigung der Volumenmessgeräte eingesetzt werden, ist die Diffusionsfarbe absolut beständig.

Alle anderen Farben – wie blau, weiß, gelb oder grün – sind Email- bzw. Schmelzfarben, die bei hohen Temperaturen auf die Glasoberfläche aufgeschmolzen werden.

G - Genauigkeit

Unter Genauigkeit verstehen wir den Mittelwert einer Reihe von temperatur- und druckangepassten Messungen mit dem gewünschten Wert.

G - Graduierung

Wir unterscheiden zwei verschiedene Arten von Graduierungen:

  • für Produkte der Klasse A oder AS: Ringmarken
  • für Produkte der Klasse B: kurze Graduierungen
K – Kalibrierung von Volumenmessgeräten aus Glas

Volumenmessgeräte aus Glas sind entweder auf Volumenabgabe (EX) oder auf Einguss (IN) kalibriert.

  • EX kalibriert für die Volumenabgabe. Die abgegebene Flüssigkeit entspricht der Volumenanzeige. Die Flüssigkeit, die an der Wandung oder in der Spitze des Glases zurückbleibt, wird berücksichtigt.
  • EX + s kalibriert auf Abgabe nach einer Wartezeit (bei Pipetten 5 oder 15 Sekunden, bei Büretten 30 Sekunden).

Die Einhaltung der Wartezeit ist wichtig, um Messfehler zu vermeiden.

  • IN kalibriert, um Flüssigkeit aufzunehmen. Die enthaltene Flüssigkeit entspricht der Volumenanzeige. Beispiel: Messkolben und Messzylinder.
  • 20°C Die Kalibrierung wurde bei 20°C durchgeführt. Volumenmessgeräte aus Glas verändern das Volumen um ca. 0,1 % pro Grad Celsius.
K - Kalk-Natron-Glas

Kalk-Natron-Glas findet seine Verwendung hauptsächlich in der Lebensmittelindustrie als Flaschen- oder Konservenglas. Die chemische Zusammensetzung dieses Glases ist zu 71-75 % Sand (SiO2), 12-16 % Natron und 10-15 % Kalk. Kalk-Natron-Glas ist äußerst hitzebeständig und hat einen relativ hohen Ausdehnungskoeffizienten. Es ist besonders beständig gegenüber alkalischen Medien.

K – Konformität

Seit 01. Januar 2015 ist die Deutsche Mess- und Eichverordnung (MessEV) gültig. Diese ersetzt die bis dahin geltende Deutsche Eichordnung. Für Klasse A und Klasse AS Volumenmessgeräte, die in Deutschland in Verkehr gebracht werden, tritt dadurch ein neues Konformitätszeichen in Kraft. Das H – Zeichen wird durch das DE–M – Zeichen ersetzt.

Wie bisher darf der Hersteller die Konformität auf der Grundlage der PTB-Prüfregeln (Prüfregeln der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt) bescheinigen. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird durch staatliche Organe (Eichbehörde) überwacht. Somit ändert sich an den Produktions- und Prüfmethoden nichts. Wie gefordert liegt den Volumenmessgeräten der Klassen A und AS eine Herstellerkonformitätserklärung bei.

M - Meniskus

Wir lesen den Volumenwert am niedrigsten Punkt des Meniskus ab, d.h. dass der niedrigste Punkt des Meniskus die obere Seite der Messmarke berühren muss.

Bei Büretten mit Schellbachstreifen wird an dem Punkt abgelesen, an dem sich die zwei keilförmigen Linien berühren (siehe Abb. 2). Beim Ablesen müssen die Augen auf Höhe der Flüssigkeit sein, da es sonst zu Ablesefehlern kommt (Parallaxe-Fehler).

P - Polypropylene

Beim Polymerisieren von Propylen entsteht ein Produkt, das vom Monomeren her an der Paraffinkette jeweils Methylseitengruppen enthält. Der Volumenbedarf infolge der vielen regelmäßigen Methyl-Seitenketten ist relativ groß. Aus diesem Grunde ist Polypropylen der Kunststoff mit dem niedrigsten spezifischen Gewicht in kompakter Form. In den Eigenschaften ist es dem Polyethylen ähnlich. Es wird anstelle des Polyethylens überall da verwendet, wo es besonders auf gute Wärmebeständigkeit, hohe Schlagzähigkeit, Formstabilität auch bei Wärmebeanspruchung oder besonders niedriges spezifisches Gewicht ankommt. Polypropylen besitzt auch eine gute Beständigkeit gegenüber anorganischen Reagenzien und nicht aggressiven Lösungsmitteln.

P - Präzision

Die Präzision ist ein Maß für die Abweichung vom Nennwert, die durch eine Reihe von Messungen in einer Einstellung erreicht wird.

P - Präzisionsklassen

Zur Definition der verschiedenen Klassen (Klasse A, Klasse AS, Klasse B) werden die folgenden Begriffe verwendet: „Genauigkeit“ und „Variationskoeffizient“ (Präzision). Manchmal sprechen wir auch von „Toleranzen“, die in den ISO- oder DIN-Normen festgelegt sind.

Klasse A: Die Klasse A ist gemäß ISO die genaueste Klasse. Volumenmessgeräte der Klasse A dürfen nach dem Eichgesetz konformitätsbescheinigt und vom Eichamt offiziell kalibriert werden. Dies ist für die Überprüfung der Messgeräte nach DIN EN ISO 9001 notwendig.

Klasse AS: wie Klasse A, jedoch für Pipetten und Büretten mit Schnellauslauf. Die Wartezeit ist viel kürzer als bei Klasse A.

Klasse B: Die erlaubte Toleranz ist doppelt so hoch wie bei Klasse A und AS. Volumenmessgeräte der Klasse B sind für alltägliche Arbeiten im Labor geeignet.

P - PTFE (Polytetrafuorethylene)

PTFE – Polytetrafluorethylen hat, obwohl es aus linearen, chemisch nicht vernetzten Kettenmolekülen besteht, keine ausgesprochen thermoplastischen Eigenschaften. Es lässt sich nicht in üblicher Weise thermoplastisch verarbeiten. Dass es sich bei diesem Kunststoff dennoch um einen Thermoplast handelt, geht aus der Tatsache hervor, dass er sich sintern lässt: Zur Herstellung von Formteilen aus PTFE wird das Polymerisat als Pulver unter hohem Druck in die gewünschte Form kalt eingepresst und dann bei Temperaturen um 380°C gesintert. Beim Verbrennen von PTFE an der Luft bilden sich gefährliche Gase. PTFE wird nur von elementarem Fluor und Chlortri-fluorid bei höheren Temperaturen und unter Druck sowie von schmelzenden Alkalimetallen angegriffen. Sonst ist es gegen alle Chemikalien beständig. Ein weiterer Vorteil des Polytetrafluorethylens ist, dass es den niedrigsten Reibungskoeffizient aller Feststoffe besitzt.

Q - Qualität

Was ist unter Qualität zu verstehen?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff ‘Qualität’ sehr vielseitig verwendet. So werden als ‘Qualitätswaren’ Produkte bezeichnet, die sehr hohen Ansprüchen genügen. Die Qualität ist definiert als ‘die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer Tätigkeit, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Erfordernisse beziehen’.

Danach ist Qualität auf die Anforderung bezogen. Ein Papiertaschentuch kann in diesem Sinn genauso ein Qualitätsprodukt sein, wie ein Taschentuch aus reiner Seide.

Q - Qualitätsmanagement

Das Qualitätswesen von Poulten & Graf

Die Produktqualität steht in direkter Abhängigkeit zur Prozessqualität. Die Qualitätssicherung muss somit bereits in frühen Phasen des Produktentstehungsprozesses einsetzen und alle nachfolgenden Phasen umfassen. Diese umfassende Sicht der Qualitätssicherung, bei der alle Funktionsbereiche mit ihren Tätigkeiten beteiligt sind, ist die Grundlage unseres Qualitätsmanagements. Diese Betrachtungsweise spiegelt sich in den Anforderungen der ISO 9001/2015 wieder, nach der wir zertifiziert sind.

S - Sicherheitshinweise

Eine Auswahl wichtiger Sicherheitshinweise:

  1. Im Rahmen der Wareneingangskontrolle müssen die Anwender die Laborgeräte vor Einsatz auf einwandfreie Funktion überprüfen.
  2. Bei der täglichen Laborarbeit sind die Laborgeräte vor jedem Einsatz auf Beschädigungen zu untersuchen, um Verletzungen zu vermeiden. Beschädigte Laborgeräte stellen ein sehr großes Gesundheitsrisiko dar, da durch austretende Chemikalien Verätzungen der Haut oder durch Glasbruch Schnittverletzungen auftreten können.
  3. Beschädigte Volumenmessgeräte können nicht repariert werden. Die Erhitzung des Glases führt zu Spannungen (hohes Bruchrisiko) und ändert das Volumen.
  4. Vermeiden Sie während des Arbeitens mit Glasgeräten plötzliche Temperaturschwankungen, besonders bei dickwandigem Glas. (Dieses muss langsam abgekühlt werden.)
  5. Bevor Sie Glasgeräte unter Druck oder Vakuum setzen, muss es optisch geprüft und auf Beschädigungen (z.B. Kratzer) hin untersucht werden. Diese Glasgeräte (z.B. Filtrierflaschen) müssen mit besonderer Sorgfalt behandelt werden.
  6. Vermeiden Sie plötzliche Druckänderungen, d.h. belüften Sie Gegenstände, die unter Vakuum standen, langsam. Laborglasgeräte mit flachem Boden, wie Erlenmeyer-kolben, sollten nicht unter Druck oder Vakuum gesetzt werden.
USP - Volumenmessgeräte

Bei der Herstellung von pharmazeutischen Produkten oder Zwischenprodukten, die entweder in die USA exportiert werden können oder von Unternehmen hergestellt werden, die von US-Behörden wie der Food and Drug Administration (FDA) auditiert werden, ist es eine schriftliche Anforderung der FDA, dass Volumenmessgeräte, die in Labors zu Kontrollzwecken verwendet werden, den im US-Pharmakopöe festgelegten Standards entsprechen müssen.

Die vom US-Pharmakopöe festgelegten Genauigkeitsstandards für Volumenmessgeräte sind nicht immer die gleichen wie die von ISO. DIN-Normen können nicht mit USP gleichgesetzt werden. Jedes einzelne USP Klasse A Glasgerät wird einzeln getestet und trägt eine eigene individuelle Nummer. Dies bietet nicht nur eine vollständige Rückverfolgbarkeit, sondern ermöglicht auch die Durchführung aller Laborarbeiten mit identifizierbaren und identifizierten Geräten. Die Genauigkeit nach USP Klasse A Standards ist garantiert. Ein Kalibrierschein wird in der Regel nicht mitgeliefert. Eine individuelle Werksbescheinigung kann gegen Aufpreis erstellt werden.

V - Variationskoeffizient

Der Variationskoeffizient ist der Prozentwert der Genauigkeit.

W – Werkszertifikat

Alle VOLAC FORTUNA®  Volumenmessgeräte Klasse A/AS sind konformitätsbescheinigt. Prüfaufzeichnungen werden zusammen mit den Produktionsunterlagen im Hause aufbewahrt. Zusätzlich können – wenn gewünscht – Werkszertifikate über die Genauigkeit jedes einzelnen Produktes geliefert werden; jedes Volumenmessgerät hat eine individuelle Nummer eingraviert, die in dem entsprechenden Zertifikat neben dem Datum und den relevanten Prüfdaten erscheint.

Das Genauigkeits-Werkszertifikat  (bitte achten Sie auf den Zusatz WAC bei den Artikelnummern) darf nicht mit dem Konformitätszertifikat verwechselt werden, bei dem es sich nur um eine LOT-Zertifizierung handelt.